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H2S2 setzt sich aus den zwei Baslern Michael Stulz (drums) und Alex Hendriksen (Saxophon, Flöte), sowie dem Luzerner Gitarristen Franz Hellmüller und dem Churer Bassisten Luca Sisera zusammen.

Die Chemie unter den vier Musikern stimmt. Man hat vor circa einem Jahr beschlossen sich auf die Suche nach einem gemeinsamen Soundideal zu machen. Entstanden ist innert kürzester Zeit hochspannende, elektrische, energetische Musik, welche an den aktuellen und angesagten Jazz der avantgardistischen New Yorker Szene erinnert. H2S2 spielt Musik der Jetzt-Zeit. Unmittelbar, unverfälscht, direkt und frisch.

Das Repertoire beinhaltet Kompositionen von Franz Hellmüller und Alex Hendriksen oder Stücke zeitgenössischer Jazzmusiker wie z.B. Mark Helias oder Paul Motian. H2S2 scheut sich aber nicht auch Jazz Standards zu spielen, die durch die klar moderne Spielhaltung der vier Musiker alles andere als verstaubt daherkommen.

H2S2 tourte im Februar/März 07 durch die Schweiz und spielte im April dann ihr erstes Studioalbum ein, welches voraussichtlich im Herbst 07 erscheinen wird.

     
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Alex Hendriksens Sound ist robust, wirkt etwas unterkühlt und klingt unangepasst. Der Schweizer vermeidet auf dem Saxophon peinlichst jede liebliche Grundierung. Kein Vibrato, keine anbiedernden Motive. Trotzdem spürt man in seinem Zusammenspiel mit dem Quartett H2S2 jede Menge lyrisch anrührende Momente. Das mag auch daran liegen, dass Hendriksens Spiel einsam und dabei leicht heimatlos wirkend durch Raum und Zeit mäandert. Immer auf der Suche nach adäquaten Ansprechpartnern und musikalisch herausfordernden Ideen. Die Basis hierfür findet er in den gut gewählten Kompositionen des Albums und in der kreativen Offenheit mit seinen Bandkollegen. In kooperativer Konzentration prüft Hendriksen gemeinsam mit dem Gitarristen Franz Hellmüller, dem Bassisten Luca Sisera und dem Schlagzeuger Michael Stulz die notierten Vorlagen auf deren Gehalt. Die Vier erforschen gleichzeitig Klänge und Töne, sie tauschen ihre Erfahrungen und Temperamente freigiebig aus und sie kommunizieren mal in einer akustisch verhaltenen, fragilen Musiksprache („Luzern-Lausanne“ von F.Hellmüller), mal in von kreativen Interaktionsschüben gezeichneten Gedanken und Techniken („Dance“ von Paul Motion). Sie spielen in einer von individualistischen Prinzipien gestalteten Gemeinsamkeit gegeneinander an. Und entfernen sich dabei doch selten wirklich weit voneinander. „Dance in Town“ ist ein musikalisch leidenschaftliches Abenteuer, dessen Feuer unter der Oberfläche lodert. Verhalten-aber nicht ganz ungefährlich.
Jörg Konrad/Jazzpodium/Mai 2008

Bei Debütalben hört man genauer hin. Was kann diese Band? Wo liegen ihre Stärken? Hat sie Neues auf Lager? H2S2 ist eine Schweizer Formation, in der das auch in andern Konstellationen zusammenarbeitende Duo Hellmüller/Sisera einen Kern bildet. Doch die Stärke liegt im Kollektiv. Vier Musiker, die sich schon länger kennen, widmen sich in dieser Band dem klassisch-zeitgenössischen Jazz. Mit einem sehr beachtlichen Resultat. Hier wird mit guter Energie ein Feld beackert, dessen Ingredienzien man kennt, die aber in lustvoller und konziser Weise neu erweckt werden. Die Betonung liegt auf Interplay und Ästhetik, wobei Letztere nicht zum Spieglein an der Wand verkommt. Vier Kompositionen stammen von Hellmüller und Hendriksen, zwei sind von Mark Helias und von Paul Motion. Weiche Klanglinien und drahtiger Schneid zeichnen Hellmüllers Spiel aus. Auf „Down Town“ glänzt er mit einem funky-bluesigen Jazz-Exploit. Hendriksen hat eine Fusion-Klarheit, die erdig bleibt. Sisera und Stulz reagieren mit wachen Ohren. Wenige thematische Blöcke gliedern die Stücke, deren Koordination bald verlassen und im Interplay gestreckt, zerfasert und dynamisiert werden. Solider Jazz von heute, international kompatibel.
pb/Jazz’n More/Mai-Juni 2008

Mit einem Blick auf die Rückseite der CD klärt sich die kryptische Buchstaben-Ziffern-Kombination im Namen dieses Quartetts aus der Schweiz: Die Anfangsbuchstaben der Nachnamen von Franz Hellmüller (Gitarre), Alex Hendriksen (Saxofon), Luca Sisera (Bass) und Michael Stulz (Schlagzeug) bilden: H2S2. Ihr „Dance in Town“ ist ein vielversprechendes, überraschendes Debüt. Die vier kümmern sich nicht um irgendwelche musikalischen Konzepte und stilistischen Eingrenzungen. Vielmehr legen sie den Schwerpunkt auf eine aktuelle, improvisierte Musik, bei der ein kollektiv erzeugter Ensembleklang im Vordergrund steht. Die vier Originals von Hellmüller und Hendriksen sowie die zwei Fremdkompositionen von Mark Helias und Paul Motion geben sich wie ad hoc aus einem Guss improvisiert, werden knochentrocken und unaufgeregt gespielt, sind gleichermassen kompakt wie raumgreifend und besitzen dann auch noch Groove, Spielwitz und Musikantentum. Was braucht es mehr für einen gelungenen Einstand? Bravo.
HOTSPOT/JazzThing/April-Mai 2008
Martin Laurentius